Gehölzarbeiten bereiten Bau eines neuen Stauraumkanals vor

Maßnahme der Emschergenossenschaft in Recklinghausen und Herne

Recklinghausen/Herne. Recklinghausen/Herne. Die Emschergenossenschaft baut im Bereich der Brücke Horsthauser Str. / Paul Gerhard Str. ab Oktober 2020 einen Stauraumkanal zur Anbindung der Stadtgebiete Recklinghausen und Herne an den Abwasserkanal Emscher. Hierfür beginnen in diesen Tagen vorbereitende Rodungsarbeiten und die Herstellung der Baustraßen.

Diese Maßnahme erstreckt sich zwischen der Emscher-Brücke „Paul Gerhard Str. / Horsthauser Str“ und dem „Teerbach“ rechts und links der Emscher. Im Zuge der Arbeiten wird auch eine Umleitung des Emscher-Radwegs in diesem Bereich erforderlich. Die Emschergenossenschaft bittet um Verständnis.

Zur eigentlichen Kanalbaumaßnahme: Der Stauraumkanal, den die Emschergenossenschaft bauen wird, ist rund 1.050 Meter lang. Die Bauzeit wird zirka 15 Monate betragen, die Fertigstellung ist demnach für zirka Ende 2021 geplant.

Funktion des Stauraumkanals
Eine Regenwasserbehandlungsanlage dient der Trennung von sauberem Regenwasser von schmutzigem Abwasser. Im Stauraumkanal wird bei starken Niederschlägen das Mischwasser zunächst „angehalten“ und beruhigt.

Dabei kommt das physikalische Gesetz der Schwerkraft zum Tragen: Die schwereren Schmutzsedimente setzen sich nach unten ab und können gedrosselt durch eine Ableitung in den Abwasserkanal und anschließend zur Kläranlage transportiert werden.

Das oben schwimmende, weitestgehend saubere und nicht-klärpflichtige Regenwasser dagegen kann nach Erreichen einer bestimmten Menge und Höhe über eine sogenannte Entlastungsschwelle ins Gewässer „schwappen“.

Ökonomisch und ökologisch äußerst sinnvoll
Mit Hilfe der Stauraumkanäle und Regenwasserbehandlungsanlagen erhalten die Gewässer also weitestgehend sauberes Wasser, während die Abwasserkanäle und insbesondere die Kläranlagen entlastet werden. Das ist nicht nur ökologisch äußerst sinnvoll, sondern auch ökonomisch – denn die Abwasserkanäle müssen nicht durchgängig übergroß dimensioniert werden, was die Baukosten erheblich senkt! Zudem gehört sauberes Regenwasser ins Gewässer und nicht in die Kläranlage, wo es unnötigerweise noch einmal für viel Geld gereinigt würde.

Die Emschergenossenschaft
Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, das effizient Aufgaben für das Gemeinwohl mit modernen Managementmethoden nachhaltig erbringt und als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip lebt. Sie wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet und kümmert sich seitdem unter anderem um die Unterhaltung der Emscher, um die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie um den Hochwasserschutz.

Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,38 Milliarden Euro investiert werden. www.eglv.de